FC Bayern – 1. FC Kaiserslautern 5:1 (2:0)

FC Bayern Raeder – Lahm, Boateng, Dante, Alaba (81. Rafinha) – Kroos, Schweinsteiger (75. Martínez) – Robben (61. Götze), Müller, Ribéry – Mandzukic
Ersatz Husic, Van Buyten, Hojbjerg, Pizarro
1. FC Kaiserslautern Sippel – Dick, Torrejon, Heintz, Löwe (68. Fortounis) – Orban – Matmour, Ring, Jenssen (77. Idrissou), Zimmer – Zoller (80. Zoller)
Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer 71.000 (ausverkauft)
Tore 1:0 Schweinsteiger (23.), 2:0 Kroos (32.), 3:0 Müller (50./Foulelfmeter), 3:1 Zoller (60.), 4:1 Mandzukic (78.), 5:1 Götze (90.)
Gelbe Karten - / Dick

Berlin!

Falls Ihr es verpasst habt: Der Druck war groß vor dem DFB-Pokalhalbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern. Bayern hielt wie schon so häufig in seiner langen Geschichte stand. 5:1 (2:0). Insgesamt ungefährdet und doch mit Blick auf noch viel größere Aufgaben in dieser Saison nicht zu 100 Prozent überzeugend, wie auch Matthias Sammer nach dem Schlusspfiff befand.

Guardiola ließ Götze, Martínez und Rafinha draußen und agierte in einem sehr klassischen 4-2-3-1, mit Kroos und Schweinsteiger als Doppelsechs. Raeder, der nicht geprüft wurde, aber durchaus eine gute Ausstrahlung besitzt, stand wie erwartet für den angeschlagenen Manuel Neuer im Tor. Kaiserslautern zeigte gerade zu Beginn ein sehr passables Pressing und zwang Bayern zu einigen langen Bällen. Außer einem abgefälschten Kopfball von Müller an die Latte, passierte in den ersten 20 Minuten nicht viel. Dann war es einmal mehr Bastian Schweinsteiger, der nach einer Ecke per Kopf zur Stelle war und den befreienden Führungstreffer erzielte (23.). Die Bayern danach sicherer, ruhiger, besser. Kroos erhöhte nach schöner Vorarbeit von Robben auf 2:0 (32.).

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Bayern insgesamt abgeklärt, Kaiserslautern mit einigen vorzeigbaren Offensivaktionen. Nach Müllers Strafstoß-Treffer antworteten die Lauterer mit dem zwischenzeitlichen 1:3 durch Zoller (60.). Der Titelverteidiger zog danach noch einmal an und erhöhte in den Schlussminuten durch Mandzukic (78.) und Götze (90.) auf 5:1. Auch im Pokal ist somit die Pflicht erfüllt. Die Kür kommt Ende Mai im schwerstmöglichen Finale gegen Borussia Dortmund.

3 Dinge, die auffielen:

1. Der Wert einer frühen Führung

Der Hype um zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge war genauso übertrieben wie der Hype, um die angeblich unschlagbaren Bayern zu Rückrundenbeginn. Dennoch sind einige Probleme in Bayerns Spiel in den vergangenen Wochen durchaus handfest. Trotz des sehr souveränen Sieges am Mittwoch-Abend ist Bayern noch ein Stück entfernt von der Selbstverständlichkeit und Klarheit der vergangenen Monate. Das zeigte sich vor allem so lange es noch 0:0 stand. Es brauchte (nicht zum ersten Mal in dieser Saison) eine Standardsituation, um das Eis zu brechen. Bis zu Schweinsteigers Kopfballtreffer hatte Bayern durchaus Probleme mit Kaiserslautern gutem Pressing und den schnell vorgetragenen flügellastigen Angriffen. Vor allem der Übergang vom Aufbau im Mittelfeld ins letzte Drittel stockte und dauerte häufig zu lang. Die Münchener sind zur Zeit auch gegen einen Zweitligisten nicht in der Lage einem Spiel von der ersten Minute an mit aller Konsequenz Torchancen herauszuspielen und dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken.  Weiterlesen

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Zur Not mit Hockey-Assists

GotzeeEs war die 59. Minute im Spiel gegen Manchester United. Der FC Bayern hatte kurz zuvor das 0:1 hinnehmen müssen. United war im Überschwang des Evra-Tores auf dem Weg nach Vorne, wollte getrieben von der Euphorie des Führungstreffers nachlegen. Ein Fehler wie sich kurze Zeit später herausstellte. Franck Ribéry trieb den Ball gegen die etwas zu weit aufgerückte Gäste-Defensive auf dem linken Flügel nach Vorne. Mario Götze sah den Raum vor sich und stieß mit einem engagierten Diagonallauf in den Bereich vor, in den Bayern in zwei Spielen gegen die Moyes-Elf nur sehr selten kam. In den Rücken der Viererkette. Götze bekam den Steilpass von Ribéry und zog mit dem Ball am Fuß in den Strafraum. Als Jones und Fletcher im Vollsprint den Weg zum Tor zustellen wollten, verzögerte Götze kurz, legte dann mit dem Außenrist ab auf den nachgerückten Franck Ribéry. Dessen Flanke landete auf dem Kopf von Mario Mandzukic. 1:1. Knapp 20 Minuten später stand der FC Bayern im Halbfinale der UEFA Champions League.

Im Eishockey gibt es für Aktionen wie die von Götze einen Scorer-Punkt. Die vor-Vorlage, der vorletzte Pass wird deshalb auch gern Hockey-Assist genannt. In offiziellen Fußball-Statistiken taucht dieser Wert nicht auf. Trotzdem darf auch Götzes Hockey-Assist gegen United nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem 21-Jährigen seit Wochen nicht so recht gelingt den Unterschied auszumachen. Es ist kein Zufall, dass Guardiola gegen United kurz nach dem 1:1 Götze herausnahm, um mit Rafinha die Statik des Rekordmeisters etwas zu verändern. Zwar lobte der Bayern Coach die Leistung seines Edeltechnikers nach dem Spiel in höchsten Tönen und sprach dabei vor allem von seinen klugen Überladungen auf den Flügeln, doch Guardiola lobt meistens. Vor allem nach Siegen. Ich bleibe dabei, dass Götze auch gegen United die Durchschlagskraft fehlte für die der FC Bayern ihn verpflichtet hat. Weiterlesen

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Real Madrid it is

Ein alter Bekannter also im Champions League-Halbfinale. Zum siebten Mal seit 2000 heißt es Bayern München gegen Real Madrid in der Finalrunde der CL. Drei Mal setzte sich Bayern durch, drei Mal Real Madrid. Erinnerungen werden wach an das Jahr des Champions League-Triumphs 2001. Wie damals führt der Weg ins Finale für den FCB unter anderem über den FC Arsenal, Manchester United und eben Real Madrid. Bale vs. Alaba. Isco/Modric vs. Lahm/Schweinsteiger. Ramos vs. Mandzukic… Ich bin richtig gespannt auf dieses Duell.

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Bayerns Probleme mit Plan A

Das Champions League-Viertelfinale gegen Manchester United war dank einer tollen Schlussphase im Rückspiel ein Erfolg für den FC Bayern. Das sollte trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FC Bayern zur Zeit durch eine etwas komplizierte Phase geht. In beiden Spielen gegen Manchester United gelang es den Münchenern nicht mit 1:0 in Führung zu gehen. Dabei ist ein 1:0, vor allem ein frühes 1:0 ein wichtiger Türöffner für die Münchener. Der Gegner ist gezwungen selbst mehr für das Spiel zu unternehmen. Es entstehen Räume und das eigene Ballbesitz-Spiel fällt mit einer Führung im Rücken und der fehlenden Notwendigkeit für direkten Zug zum Tor häufig leichter. Seit 2010 verlor Bayern in weit über 100 Pflichtspielen nur drei Mal nach einer 1:0-Führung. Darunter das absurde Champions League-Finale 2012 gegen den FC Chelsea, ein nicht weniger absurde 2:3-Niederlagen gegen des 1. FC Köln und Manchester City. Weiterlesen

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FC Bayern – Manchester United 3:1 (0:0)

FC Bayern Neuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Kroos – Robben, Götze (65. Rafinha), Müller (84. Pizarro), Ribéry – Mandzukic
Ersatz Raeder, Hojbjerg, Weihrauch, Weiser, Van Buyten
Manchester United De Gea – Jones, Smalling, Vidic, Evra – Fletcher (74. Hernández), Carrick – Valencia, Kagawa, Welbeck (81. Januzaj) – Rooney
Ersatz Lindegaard, Ferdinand, Young, Büttner
Schiedsrichter Jonas Eriksson (Schweden)
Zuschauer 67.300 (ausverkauft)
Tore 0:1 Evra (57.), 1:1 Mandzukic (59.), 2:1 Müller (68.), 3:1 Robben (76.)
Gelbe Karten Rafinha / Vidic, Evra

Halbfinale. \o/

Falls Ihr es verpasst habt: Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mein Nervenkostüm ist solche Spiele einfach nicht mehr gewohnt… Nach einer grandiosen Choreo der Südkurve war der Boden bereitet für einen intensiven Champions League-Abend. Dass es am Ende so dramatisch werden würde, hatten wohl nur wenige erwartet. Guardiola brachte personell die bestmögliche Elf von Beginn an. Das hieß, dass Rafinha zunächst unten blieb und Lahm als nomineller Rechtsverteidiger startete (mehr dazu in der folgenden Analyse). Manchester zu Beginn wie erwartet ganz tief und gut organisiert hinten drin. Bayern mit viel Ballbesitz, einem klaren Plan. aber wenig Chancen bis zur Pause. Immerhin war der klare Wille zu Torabschlüssen auch außerhalb des Strafraums erkennbar. Ribéry, Kroos und Robben verbuchten mit einigen Fernschüssen zumindest Halbchancen.

Die Münchener kamen dann jedoch fast ein wenig verunsichert aus der Kabine. Ein Moment der Schwäche, den United mit einer nun deutlich engagierten Offensivleistung ausnutzen wollte. Einige Ecken, ein guter Schuss von Kagawa waren Vorboten des 0:1 durch eine sehenswerten Schrägschuss von Evra, der unter der Latte einschlug (57.). Bayern verlor keine Zeit und reagierte mit wütenden Angriffen. Mandzukic gelang schon zwei Minuten später der Ausgleich. Danach stellte Guardiola um und Bayerns Spiel wurde immer selbstverständlicher und klarer. Ab der 60. Minute erspielten sich die Guardiola-Elf 7 klare Torchancen. Zwei davon nutzten Müller (68.) und Robben (76.) zum am Ende absolut verdienten 3:1-Sieg. Der FC Bayern steht unter den letzten vier Mannschaften in der Europa Champions League.

3 Dinge, die auffielen:

1. Guardiolas Plan mit den einrückenden Außenverteidigern

Das Hinspiel hat Bayern-Trainer Pep Guardiola zum Nachdenken gebracht. Er hat angekündigt sich etwas besonderes zu überlegen. Er hielt Wort. Die etwas überraschende Maßnahme Lahm wieder als Rechtsverteidiger spielen zu lassen, klärte sich nach ca. 3-4 Minuten auf. Lahm und auch Alaba rückten bei Ballbesitz extrem ein und agierten in dem Moment als nominelle Doppelsechs. So entstand ein 2-3-5 oder wenn Kroos abkippte ein 3-2-5. Das Kalkül war klar. Zum einen sollten die nominellen 8er Müller und Götze von Spielgestaltungsaufgaben im Mitteldrittel entlastet werden, um die Präsenz in und am Strafraum zu erhöhen. Situationen wie im Hinspiel in denen Müller alleine gegen 4-5 United-Akteure das Sturmzentrum besetzte, sollten sich nicht wiederholen. Stattdessen war es die Aufgabe des jeweils ballnahen 8ers die Flügelspieler Ribéry und Robben immer wieder zu vorderlaufen, um zur Grundlinie durchzudringen und Uniteds Viererkette immer tiefer zu schieben. Auch Eins gegen Eins-Duelle auf den Flügeln wurden so mehrfach erzwungen, weil Manchester auf Grund der vorderlaufenden 8er häufig nicht doppeln konnte. Zum anderen versprach sich Guardiola durch diese Ausrichtung wohl auch mehr Biss im Gegenpressing. Durch die zentrale Positionierung von Alaba und Lahm waren sie die wichtigsten Akteure um schnelle Konter durch das Zentrum zu verhindern. Ihre Qualität ist hier deutlich größer als die von Müller oder Kroos. Die potenzielle Gefahr durch gegnerische Konter über Außen durch aufrückende Außenverteidiger nahm Guardiola in Kauf. Wohl wissend, dass United hier nur minimales Risiko gehen wird.  Weiterlesen

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FC Augsburg – FC Bayern 1:0 (1:0)

FC Augsburg Hitz – Verhaegh, Callsen-Bracker, Hong (75. Reinhardt), Ostrzolek – Baier – Esswein, Kohr, Altintop, Holzhauser (53. Philp) – Mölders (83. Bobadilla)
FC Bayern Neuer – Weiser, Van Buyten, Martinez, Sallahi (51. Alaba) – Kroos, Schweinsteiger – Shaqiri (46. Götze), Pizarro (62. Müller), Hojbjerg – Mandzukic
Ersatz Zingerle, Dante, Rafinha, Boateng
Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer 30.660 (ausverkauft)
Tore 1:0 Mölders (31.)
Gelbe Karten Hong, Ostrzolek, Callsen-Bracker / Van Buyten, Weiser

The streak is over.

Falls ihr es verpasst habt: Es ist passiert. Die Serie von 53 ungeschlagenen Partien des FC Bayern in der Fußball Bundesliga ist zu Ende. Es war die erste BL-Niederlage in dieser Saison und die Zweite seit Bestehen dieses Blogs. Guardiola, das kann man nicht anders sagen, hat diese Niederlage in Kauf genommen. Mit Blick auf das viel wichtigere Duell am Mittwoch gegen Manchester schonte der Katalane wohl bis auf Toni Kroos alle Feldspieler, die am Dienstag auflaufen werden und brachte unter anderem Sallahi, Weiser und Højbjerg von Beginn an. Auch bei Augsburg fehlten mit Hahn und Werner zwei ganz wichtige Stützen, trotzdem wirkte die Elf von Markus Weinzierl gerade in der ersten Hälfte eingespielter und leidenschaftlicher. Das extrem schnelle Umschalten der Augsburger tat Bayern weh. Mölders traf in der 31. Minute zum zu diesem Zeitpunkt völlig verdienten 1:0. Bayern kam im Verlauf der Partie stärker auf und Guardiola brachte von der Bank mit Götze, Alaba und Müller und einigen taktischen Umstellungen weiteren Schwung. Trotz einiger guter Gelegenheiten,  blieb es bis zum Ende beim 1:0 für Augsburg. The streak is over.

3 Dinge, die auffielen:

1. Rhythmus vs. Schonung

Die Überschriften im Falle eines Ausscheiden der Müncheners am kommenden Mittwoch in der Champions League sind wahrscheinlich schon geschrieben. Pep verzockt die Champions League-Titelverteidigung könnte eine solche Überschrift sein. Der Vorwurf an Guardiola durch seine vielen Wechsel in der Bundesliga den Rhythmus der Bayern zerstört zu haben ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Andererseits: Wenn es der FC Bayern nicht schafft Manchester United über zwei Spiele zu besiegen, dann hat das wenig bis gar nichts mit der Startaufstellung gegen Augsburg oder in der Vorwoche gegen Hoffenheim zu tun. Durch die angespannte Personalsituation im Rückspiel gegen Manchester, ist wohl auch der Faktor Verletzungsgefahr in die Entscheidung Guardiolas eingeflossen, den Großteil der Mannschaft durchzutauschen. Weiterlesen

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Miasanrot-Podcast zum Duell gegen Manchester United

Ich durfte in dieser Woche mal wieder im Miasanrot-Podcast zu Gast sein. Im Mittelpunkt stand dabei natürlich das Champions League-Viertelfinale gegen Manchester United. Reinhören!

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